Ständerwand bauen
Eine Ständerwand aus Metallprofilen und Gipsplatten teilt einen Raum in einem Wochenende. Hier steht, wie sie aufgebaut ist, was du für eine Wand von 4,00 × 2,60 m mit Tür brauchst und in welcher Reihenfolge du baust. Das Material für deine eigene Wand rechnet der Trockenbau-Rechner, mit Plan für Ständer und Platten.
Aufbau einer Ständerwand
Oben und unten liegt je ein UW-Profil, mit Dichtungsband an Decke und Boden gedübelt. Darin stehen CW-Profile im Abstand von 62,5 cm, also genau eine halbe Plattenbreite. An Türen sitzen statt der CW-Profile die dickeren UA-Profile mit 2 mm Wandstärke, darüber ein Sturz aus UW. Zwischen die Profile kommt Mineralwolle, außen auf jede Seite eine Gipsplatte.
Wie dick die Wand wird, hängt vom Profil und von der Zahl der Plattenlagen ab:
| Profil | Profilbreite | Wand einlagig | Wand zweilagig | Dämmung |
|---|---|---|---|---|
| CW 50 | 50 mm | 75 mm | 100 mm | 40 mm |
| CW 75 | 75 mm | 100 mm | 125 mm | 60 mm |
| CW 100 | 100 mm | 125 mm | 150 mm | 80 mm |
Mit Platten 12,5 mm auf beiden Seiten. Die Dämmstärke ist ein Richtwert für die Füllung zwischen den Profilen.
Material für 4,00 × 2,60 m mit Tür
Die Beispielwand ist 4,00 m lang und 2,60 m hoch, mit einer Tür von 88,5 × 201 cm. Sie hat CW 75, auf jeder Seite eine Lage Gipsplatten und Mineralwolle im Inneren. So rechnet es der Trockenbau-Rechner, die Platten verteilt er wie der Plattenzuschnitt auf ganze Platten:
| Menge | Material | Ausführung |
|---|---|---|
| 6 Stück | Gipskartonplatte GKB 12,5 mm | 1250 × 2600 mm (12 Zuschnitte, 17,24 m²) |
| 7 Stück | CW-Profil 75 | 75 × 50 mm, 2600 mm lang (16,72 m) |
| 3 Stück | UW-Profil 75 | 75 × 40 mm, 4000 mm lang (8,40 m) |
| 2 Stück | UA-Profil 75 | 75 × 40 × 2 mm, Türpfosten (5,18 m) |
| 4 Stück | Anschlusswinkel für UA 75 | oben und unten je Pfosten |
| 216 Stück | Schnellbauschraube | 3,5 × 25 mm |
| 12 Stück | Blechschraube | 3,5 × 9,5 mm, für Pfosten und Sturz |
| 1 Sack | Fugenspachtel | 5 kg (4,3 kg) |
| 14 m | Dichtungsband | 75 mm breit, unter allen Anschlussprofilen |
| 18 Stück | Nageldübel | 6 × 40 mm, Abstand höchstens 1 m |
| 9 m² | Mineralwolle | 60 mm, Trennwandplatte |
Mit zwei Lagen je Seite werden es 11 Gipsplatten und 294 Schrauben in zwei Längen. Die Wand ist dann stabiler und dämpft Schall besser.
Schritt für Schritt
- Anreißen. Die Lage der Wand auf dem Boden anzeichnen, mit dem Lot oder einem Linienlaser an die Decke übertragen. Die Tür gleich mit einzeichnen.
- UW-Profile setzen. Dichtungsband auf den Rücken kleben, Profile an Boden und Decke dübeln, höchstens 1 m Abstand zwischen den Dübeln. In der Türöffnung bleibt das untere Profil offen.
- Randprofile. An den beiden Wänden je ein CW-Profil mit Dichtungsband andübeln.
- Türpfosten. Zwei UA-Profile mit Anschlusswinkeln oben und unten befestigen, den Sturz aus einem UW-Profil mit umgebogenen Enden einsetzen.
- Ständer stellen. CW-Profile 1 cm kürzer als die Raumhöhe schneiden, im Abstand von 62,5 cm in die UW-Profile drehen, alle mit der offenen Seite in dieselbe Richtung.
- Erste Seite beplanken. Platten 1 cm kürzer als die Raumhöhe, Längsstöße immer auf einem Ständer, Schrauben alle 25 cm.
- Leitungen und Dosen. Leerrohre durch die Ständer ziehen, Löcher für Hohlwanddosen bohren. Angeschlossen wird später.
- Dämmen. Mineralwolle stramm zwischen die Ständer klemmen.
- Zweite Seite. Um einen Ständer versetzt beginnen, damit die Stöße beider Seiten nicht auf demselben Profil liegen.
- Spachteln. Fugen und Schraubenköpfe spachteln, Querstöße mit Fugendeckstreifen, trocknen lassen, schleifen.
Stöße versetzen
Ist die Wand höher als eine Platte, entstehen Querstöße. Sie liegen von Spalte zu Spalte mindestens 40 cm versetzt, sonst reißt die Wand dort gern. Der Trockenbau-Rechner beginnt deshalb jede zweite Spalte unten mit einer halben Platte. Die zweite Seite und eine zweite Lage beginnen um einen Ständerabstand versetzt.
Querstöße mit einer geschnittenen Kante bekommen einen Fugendeckstreifen. Die abgeflachten Längskanten der Platten werden nur gespachtelt.
Schrauben und Abstände
Wie dicht die Schrauben sitzen, regelt die DIN 18181. An der Wand gilt:
| Beplankung | Schraubenabstand | Schraube |
|---|---|---|
| einlagig | 25 cm | 3,5 × 25 mm |
| zweilagig, erste Lage | 75 cm | 3,5 × 25 mm |
| zweilagig, zweite Lage | 25 cm | 3,5 × 35 mm |
Die Schraube sitzt mindestens 10 mm vom Plattenrand entfernt und gut 1 mm unter der Oberfläche, ohne den Karton zu durchschlagen. Ein Schrauber mit Tiefenanschlag macht das von selbst richtig.
Tür in der Ständerwand
Für eine Tür reicht ein CW-Profil nicht, es verwindet sich beim Zuschlagen. Die UA-Profile sind mit 2 mm Blech deutlich steifer und laufen vom Boden bis zur Decke. Die Öffnung ist das Rohbaumaß der Zarge, für ein Türblatt von 86 cm Breite meist 88,5 × 201 cm. Über der Tür sitzen kurze CW-Profile im selben Raster wie die übrige Wand.
Häufige Fragen
Wie dick wird eine Ständerwand?
Profilbreite plus Platten: Mit CW 75 und einer Lage 12,5 mm je Seite sind es 100 mm, mit zwei Lagen 125 mm. Mit CW 50 wird die Wand 75 mm dick, mit CW 100 entsprechend 125 mm.
Wie viele Schrauben braucht man pro m² Gipskarton?
Bei einer Lage mit 25 cm Schraubenabstand rund 13 Stück je m² Plattenfläche. Für die Wand 4,00 × 2,60 m mit Tür sind es 216 Schrauben für beide Seiten.
CW 50 oder CW 75?
CW 50 reicht für niedrige Wände und schmale Nischen. Für Raumhöhen um 2,50 m und mehr ist CW 75 üblich, die Wand wird steifer und es passt dickere Dämmung hinein. Die zulässige Wandhöhe steht in den Unterlagen des Herstellers.
Darf ich eine Ständerwand selbst bauen?
Eine nichttragende Trennwand ja. Sie trägt nichts außer sich selbst. Wände mit Anforderungen an Brand- oder Schallschutz brauchen das geprüfte System eines Herstellers, Elektroleitungen darin schließt der Elektriker an.