Räume eintragen und den Verlegeplan bekommen: Verlegeabstand, Heizkreise und Rohrlänge, dazu die Vorlauftemperatur und den Durchfluss, den du am Verteiler einstellst.
Haus
Den Wert je m² liefert der Heizlast-Rechner. Er gilt für 20 °C, für Bad und Flur rechnet der Rechner um.
Heizung
Mit Wärmepumpe 35 °C oder weniger. Der Rechner wählt den Verlegeabstand so, dass jeder Raum mit diesem Vorlauf warm wird.
Räume
Maße in m
Die Rohre kommen an der Länge in den Raum, im Plan unten. „Verteiler“ ist der Weg vom Raum bis zum Heizkreisverteiler, einfach gemessen. L-förmige Räume trägst du als zwei Rechtecke ein. Räume mit viel Außenwand brauchen mehr als der Durchschnitt, dafür gibt es das Feld für die eigene Heizlast.
Fußbodenheizung planen in vier Schritten
Ein Verlegeplan beantwortet vier Fragen: Wie viel Wärme braucht jeder Raum, wie eng liegen die Rohre, wie viele Heizkreise werden es und wie viel Wasser fließt durch jeden Kreis. Der Rechner geht diese Schritte für alle Räume durch und zeichnet das Ergebnis.
Wärmebedarf je Raum: Fläche mal Heizlast je m², für Bad und Flur auf die andere Raumtemperatur umgerechnet.
Verlegeabstand: der größte Abstand, mit dem der Raum beim gewählten Vorlauf warm wird.
Heizkreise: Der Raum wird in so viele Kreise geteilt, dass keiner zu lang wird.
Durchfluss: wie viel Wasser jeder Kreis braucht. Diesen Wert stellst du am Verteiler ein.
Verlegeabstand der Fußbodenheizung
Je enger die Rohre liegen, desto mehr Wärme gibt der Boden bei gleicher Wassertemperatur ab. Üblich sind 10 bis 20 cm. Mit Wärmepumpe lohnt sich ein engerer Abstand, weil dann eine niedrigere Vorlauftemperatur reicht. Der Bodenbelag bremst die Wärme: Fliesen kaum, Parkett und Teppich deutlich.
Nötiger Vorlauf bei 50 W/m² und 20 °C im Raum
Bodenbelag
10 cm
15 cm
20 cm
Fliesen, Naturstein
31,5 °C
33,0 °C
34,0 °C
Laminat mit Unterlage
34,0 °C
35,0 °C
36,5 °C
Parkett, Holzdielen
36,0 °C
37,5 °C
39,0 °C
Gerechnet mit 5 K Spreizung und 45 mm Zementestrich über dem Rohr. Ein Haus mit 50 W/m² kommt unter Fliesen mit 10 cm Abstand also schon mit 31,5 °C aus, unter Parkett mit 20 cm braucht es 39 °C.
Rohrlänge und Rohr pro m²
Der Rohrbedarf je m² ist 1 geteilt durch den Verlegeabstand in Metern. Dazu kommen die Anbindeleitungen vom Raum zum Verteiler, hin und zurück. Der Rechner misst die Länge direkt an der gezeichneten Schnecke, deshalb liegt sie wegen des Wandabstands etwas unter der Faustformel.
Verlegeabstand
Rohr je m²
Fläche je 100-m-Kreis
10 cm
10,0 m
9,0 m²
15 cm
6,7 m
13,5 m²
20 cm
5,0 m
18,0 m²
25 cm
4,0 m
22,5 m²
30 cm
3,3 m
27,0 m²
Die letzte Spalte gilt für einen Heizkreis mit 100 m Rohr, von dem 10 m auf die Anbindung entfallen, also 5 m bis zum Verteiler.
Wie lang darf ein Heizkreis sein?
Als Faustwert gelten rund 100 m je Heizkreis. Entscheidend ist aber der Druckverlust: Je länger der Kreis und je mehr Wasser er braucht, desto stärker muss die Pumpe drücken. Der Rechner teilt einen Raum deshalb so lange in weitere Kreise, bis jeder höchstens 100 m lang ist und höchstens 250 mbar Druckverlust hat. Beide Grenzen kannst du ändern, wenn der Hersteller deines Systems andere Werte nennt.
Mit 16er Rohr verliert ein Kreis bei 2 l/min rund 138 Pa je Meter, bei 100 m also 138 mbar. Bei 3 l/min sind es schon 281 mbar, denn der Druckverlust steigt fast mit dem Quadrat des Durchflusses. Große Räume bekommen deshalb zwei oder mehr Kreise, auch wenn das Rohr in einem Stück reichen würde.
Leistung der Fußbodenheizung pro m²
Wie viel Wärme ein Fußboden abgibt, hängt von der mittleren Wassertemperatur, dem Verlegeabstand und dem Bodenbelag ab. Gerechnet wird nach dem Verfahren der DIN EN 1264 für Nassestrich:
q = 6,7 · aB · aTmT · ΔθHaB für Belag und Estrich, aTmT für den Verlegeabstand, ΔθH mittlere Übertemperatur des Wassers
Die Tabelle zeigt, was der Boden bei 35 °C Vorlauf und 30 °C Rücklauf abgibt. In Klammern steht der Wärmedurchlasswiderstand des Belags in m²K/W.
Leistung bei 35/30 °C und 20 °C im Raum
Bodenbelag
10 cm
15 cm
20 cm
Fliesen, Naturstein (0,02)
71 W/m²
62 W/m²
55 W/m²
Laminat mit Unterlage (0,06)
57 W/m²
51 W/m²
45 W/m²
Parkett, Holzdielen (0,10)
47 W/m²
43 W/m²
39 W/m²
Mehr als rund 100 W/m² gibt ein Fußboden in Wohnräumen nicht ab, denn die Oberfläche darf dort höchstens 29 °C warm werden. Im Bad sind 33 °C erlaubt, weil der Raum auf 24 °C ausgelegt wird. Braucht ein Raum mehr, deckt ein Heizkörper den Rest.
Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung
Alle Kreise hängen am selben Verteiler und bekommen dieselbe Vorlauftemperatur. Nach DIN EN 1264-3 bestimmt sie der Raum, der am meisten Wärme je m² braucht, mit 5 K Spreizung. Bäder zählen dabei nicht mit. Sie brauchen wegen der 24 °C oft mehr, als ihr kleiner Boden liefern kann, und bekommen dann einen Handtuchheizkörper dazu.
Alle anderen Räume brauchen weniger und bekommen weniger Wasser. Ihr Rücklauf ist kühler, die Spreizung größer. Im Beispiel oben bestimmt das Wohnzimmer den Vorlauf mit 35 °C, die Küche kommt mit 8,5 K Spreizung aus. In gut gedämmten Häusern reichen oft 30 °C oder weniger.
Schnecke oder Mäander?
Bei der Schnecke laufen Vor- und Rücklauf nebeneinander spiralförmig zur Mitte und wieder hinaus. Neben jedem warmen Rohr liegt ein kühleres, der Boden wird überall gleich warm. Sie ist heute die übliche Verlegeart und kommt bis auf die Wende in der Mitte mit 90-Grad-Bögen aus. Beim Mäander läuft das Rohr in Schleifen von einer Seite zur anderen. Am Anfang ist der Boden wärmer als am Ende, deshalb beginnt man an der Außenwand oder vor dem Fenster. Der Rohrbedarf ist bei beiden fast gleich, im Rechner kannst du zwischen beiden umschalten.
Durchfluss einstellen
Der Durchfluss je Kreis ergibt sich aus der Leistung und der Spreizung: Leistung in Watt geteilt durch 1,163 und durch die Spreizung in Kelvin ergibt Liter je Stunde. Ein Kreis mit 1.200 W und 5 K braucht also 206 l/h oder 3,4 l/min. Dazu kommt die Wärme, die nach unten in die Decke geht. Über einem Keller oder dem Erdreich sind das bei Mindestdämmung rund ein Viertel bis ein Drittel mehr Wasser.
Die Werte aus der Tabelle „Heizkreise am Verteiler“ stellst du an den Durchflussanzeigern ein. Wie das Schritt für Schritt geht, steht im Ratgeber Hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizung.
Grenzen des Rechners
Gerechnet wird für Nassestrich mit 45 mm über dem Rohr. Trockenbausysteme und gefräste Rohre im Altbau geben bei gleicher Temperatur anders ab, dafür gilt die Tabelle des Herstellers. Randzonen mit engerem Abstand vor großen Fenstern, Flächen unter Küchenzeilen und Schränken und die Wärme der Anbindeleitungen in fremden Räumen berücksichtigt der Rechner nicht. Die Heizlast je Raum ist eine Schätzung aus dem Durchschnitt des Hauses. Für die endgültige Auslegung rechnet ein Fachbetrieb raumweise nach DIN EN 12831 und DIN EN 1264.
Häufige Fragen
Welcher Verlegeabstand bei der Fußbodenheizung?
Üblich sind 10 bis 20 cm. Mit Wärmepumpe und in Bädern nimmt man eher 10 cm, in gut gedämmten Häusern unter Fliesen reichen oft 15 bis 20 cm. Entscheidend ist, dass der Raum bei der gewünschten Vorlauftemperatur warm wird.
Wie viele Meter Rohr pro m² Fußbodenheizung?
Bei 10 cm Abstand 10 m, bei 15 cm rund 6,7 m und bei 20 cm 5 m je m². Dazu kommen die Anbindeleitungen zum Verteiler, hin und zurück.
Wie viele m² schafft ein Heizkreis?
Bei 100 m Rohr und 5 m bis zum Verteiler rund 9 m² mit 10 cm Abstand, 13,5 m² mit 15 cm und 18 m² mit 20 cm. Größere Räume bekommen mehrere Kreise.
Welche Vorlauftemperatur braucht eine Fußbodenheizung?
Meist 30 bis 35 °C am kältesten Tag, in gut gedämmten Häusern weniger. Sie hängt vom Wärmebedarf, dem Verlegeabstand und dem Bodenbelag ab. Unter Parkett braucht es einige Grad mehr als unter Fliesen.