Wohnfläche, Baujahr und Sanierungen eintragen und sehen, wie viel Heizleistung dein Haus braucht, wo die Wärme verloren geht und wie groß die Wärmepumpe sein muss.
Haus
Schnell aus Baujahr
Ein ausgebautes Dachgeschoss unter einem Satteldach zählt nicht als Vollgeschoss.
Was ist erneuert?
Gedämmt heißt hier: mindestens so gut wie das Gebäudeenergiegesetz bei einer Sanierung verlangt.
Klima und Lüftung
Beide Werte in °C. Die Norm-Außentemperatur für deine Postleitzahl zeigt die Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe. In Deutschland liegt er je nach Ort etwa zwischen −8 und −16 °C.
Genauer rechnen: Maße und U-Werte
Leere Felder rechnet der Rechner aus der Wohnfläche. Die Maße sind Außenmaße des beheizten Teils.
U-Werte in W/(m²K), etwa aus dem Energieausweis oder der Rechnung der Sanierung. Ein eingetragener Wert geht vor Baujahr und Häkchen.
Wärmepumpe
Sperrzeiten gibt es nur bei manchen älteren Wärmepumpentarifen. Neue Anlagen darf der Netzbetreiber nur drosseln, nicht abschalten.
Vergleich mit dem Verbrauch
Am besten der Durchschnitt aus zwei oder drei Jahren. Der Rechner zieht das Warmwasser ab und teilt durch die Stunden, die eine Heizung im Jahr rechnerisch voll läuft.
So rechnet der Heizlast-Rechner
Die Heizlast ist die Leistung, die eine Heizung am kältesten Tag des Jahres liefern muss, damit es drinnen warm bleibt. Sie besteht aus zwei Teilen: der Wärme, die durch Wände, Fenster, Dach und Boden nach außen geht, und der Wärme, die mit der Lüftung verloren geht.
Φ = Σ U · A · ΔT + 0,34 · n · V · ΔTU-Wert, Fläche, Temperaturdifferenz, Luftwechsel, Luftvolumen
Für jedes Bauteil multipliziert der Rechner den U-Wert mit der Fläche und dem Temperaturunterschied zwischen innen und der Norm-Außentemperatur. Bauteile zum unbeheizten Keller oder Dachboden verlieren weniger, dafür gibt es Korrekturfaktoren. Wärmebrücken an Ecken und Anschlüssen kommen als Zuschlag auf alle Flächen dazu. Die Lüftung rechnet mit dem Luftvolumen der Wohnung und dem Luftwechsel je Stunde.
Ein Beispiel: Ein freistehendes Haus von 1975 mit 140 m² Wohnfläche, ausgebautem Dach und Keller, nichts erneuert, bei −12 °C. Der Rechner kommt auf 15,1 kW oder 108 W je m². Am meisten Wärme geht durch die Wände (27 %) und das Dach (24 %).
Heizlast pro m² nach Baujahr
Die Tabelle zeigt, was der Rechner für ein typisches freistehendes Einfamilienhaus ergibt: 140 m² Wohnfläche, Erdgeschoss mit ausgebautem Satteldach, unbeheizter Keller, −12 °C. Die letzte Spalte gilt für dasselbe Haus mit gedämmten Wänden, Dach und Kellerdecke und neuen Fenstern.
Baujahr
Heizlast je m²
Heizlast 140 m²
Saniert
bis 1918
190 W/m²
26,6 kW
49 W/m²
1919 bis 1948
159 W/m²
22,3 kW
49 W/m²
1949 bis 1957
158 W/m²
22,2 kW
49 W/m²
1958 bis 1968
139 W/m²
19,4 kW
49 W/m²
1969 bis 1978
108 W/m²
15,1 kW
49 W/m²
1979 bis 1983
96 W/m²
13,4 kW
49 W/m²
1984 bis 1994
80 W/m²
11,2 kW
49 W/m²
1995 bis 2001
64 W/m²
9,0 kW
49 W/m²
2002 bis 2015
56 W/m²
7,9 kW
47 W/m²
ab 2016
45 W/m²
6,3 kW
43 W/m²
Die Werte gelten für den Zustand wie gebaut. Die meisten älteren Häuser haben inzwischen neue Fenster oder ein gedämmtes Dach. Deshalb lohnt es sich, im Rechner anzugeben, was schon erneuert ist.
Heizlast aus dem Gasverbrauch berechnen
Wer den Verbrauch der letzten Jahre kennt, kann die Heizlast auch rückwärts abschätzen. Aus dem Verbrauch wird die Wärme, die tatsächlich im Haus angekommen ist, davon geht das Warmwasser ab. Den Rest teilt man durch die Vollbenutzungsstunden: die Zahl der Stunden, die eine Heizung im Jahr rechnerisch mit voller Leistung läuft.
Beispiel: 20.000 kWh Erdgas im Jahr mit einem Brennwertkessel, drei Personen. 20.000 × 0,9 sind 18.000 kWh Wärme. Für das Warmwasser rechnet der Rechner mit 3 kWh je Person und Tag, das sind 3.285 kWh im Jahr. Bleiben 14.715 kWh, geteilt durch 2.000 Stunden ergibt das 7,4 kW. Bei 2.000 Litern Heizöl und einem Niedertemperaturkessel sind es 6,9 kW.
Die Vollbenutzungsstunden liegen je nach Gebäude und Klima meist zwischen 1.800 und 2.500. Der Rechner nimmt 2.000 an. Das Ergebnis aus dem Verbrauch fällt oft niedriger aus als die Rechnung über die Gebäudehülle, weil nicht jeder Raum auf 20 °C geheizt wird. Liegen beide weit auseinander, lohnt ein zweiter Blick auf die Eingaben.
Norm-Außentemperatur
Gerechnet wird nicht mit dem kältesten Tag, der je gemessen wurde, sondern mit einem Normwert für deinen Ort. Er steht in der DIN/TS 12831-1 und liegt in Deutschland etwa zwischen −8 °C in milden Lagen und −16 °C im Bergland. Den Wert für deine Postleitzahl zeigt die Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe. Ein Grad kälter erhöht die Heizlast um rund drei Prozent.
Wie groß muss die Wärmepumpe sein?
Die Wärmepumpe muss die Heizlast bei Norm-Außentemperatur schaffen und zusätzlich das Warmwasser bereiten. Der Rechner nimmt dafür die Tagesenergie aus Heizung und Warmwasser und teilt sie durch die Stunden, in denen die Wärmepumpe laufen darf. Bei 8 kW Heizlast und drei Personen sind das 8,4 kW, mit sechs Stunden Sperrzeit 11,2 kW. Wichtig ist die Leistung bei der Norm-Außentemperatur, nicht die Nennleistung bei +7 °C im Datenblatt. Mehr dazu steht im Ratgeber Wärmepumpe dimensionieren.
Grenzen des Rechners
Der Rechner schätzt die Heizlast des ganzen Hauses. Er ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, wie sie Fachbetriebe für die Auslegung von Heizkörpern, Fußbodenheizung und den hydraulischen Abgleich machen. Die U-Werte nach Baujahr sind Pauschalwerte für eine häufige Bauweise. Wer die Werte aus dem Energieausweis kennt, trägt sie unter „Genauer rechnen“ ein.
U-Werte nach Baujahr
Ohne eigene Angaben rechnet der Rechner mit diesen Werten in W/(m²K). Sie stammen aus den Pauschalwerten für Energieausweise im Wohngebäudebestand, die 2020 im Bundesanzeiger bekanntgemacht wurden, jeweils für eine häufige Bauweise. Ab 2016 gelten die Werte des Referenzgebäudes aus dem Gebäudeenergiegesetz.
Baujahr
Wand
Dach
Oberste Decke
Boden
Fenster
bis 1918
1,50
2,6
1,0
1,60
2,7
1919 bis 1948
1,80
1,4
1,0
1,60
2,7
1949 bis 1957
1,40
1,4
0,8
2,30
2,7
1958 bis 1968
1,40
1,4
0,7
1,00
2,7
1969 bis 1978
1,00
0,8
0,6
1,00
2,7
1979 bis 1983
0,80
0,7
0,4
0,80
2,7
1984 bis 1994
0,60
0,5
0,3
0,60
2,7
1995 bis 2001
0,50
0,3
0,3
0,60
1,6
2002 bis 2015
0,40
0,2
0,2
0,50
1,5
ab 2016
0,28
0,2
0,2
0,35
1,3
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Heizlast meines Hauses?
Entweder über die Gebäudehülle: U-Wert mal Fläche mal Temperaturunterschied für jedes Bauteil, plus Lüftung. Oder über den Verbrauch: Jahresverbrauch mal Nutzungsgrad, minus Warmwasser, geteilt durch rund 2.000 Vollbenutzungsstunden. Der Rechner macht beides und zeigt die Ergebnisse nebeneinander.
Wie viel Heizlast pro m² ist normal?
Neubauten ab 2016 liegen bei rund 45 W je m², Häuser aus den 1970er Jahren ohne Sanierung bei rund 108 W je m². Ungedämmte Altbauten kommen auf über 150 W je m².
Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
So groß wie die Heizlast bei Norm-Außentemperatur plus ein Zuschlag für das Warmwasser. Bei 8 kW Heizlast und drei Personen sind das rund 8,4 kW. Größer ist nicht besser: Eine zu große Wärmepumpe taktet häufiger und arbeitet weniger effizient.