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Schnittplan erstellen: Zuschnittmaße richtig ermitteln

Ein Schnittplan ist nur so gut wie die Teileliste dahinter. Die meisten Fehler passieren nicht an der Säge, sondern vorher: Die Materialstärke wird vergessen, die Kante nicht abgezogen, die Maserrichtung nicht angegeben. So kommst du von der Idee zu Zuschnittmaßen, die passen.

Schritt 1: Außenmaße festlegen

Am Anfang steht das fertige Möbel: Höhe, Breite, Tiefe, von außen gemessen. Beim Einbau in eine Nische ziehst du auf jeder Seite ein paar Millimeter Luft ab, damit es sich später einschieben lässt. Wände sind selten gerade, 5 mm pro Seite sind ein guter Anfang.

Schritt 2: Die Konstruktion entscheiden

Jetzt wird es wichtig, welches Teil welches überlappt. Beim klassischen Korpus stehen die Seiten durchgehend, Boden und Deckel liegen dazwischen. Dann sind Boden und Deckel um zwei Materialstärken schmaler als der Korpus.

Beispiel: Ein Unterschrank ist 600 mm breit und aus 19-mm-Platte. Der Boden zwischen den Seiten misst 600 − 2 × 19 = 562 mm. Wer hier 600 bestellt, hat einen Boden, der nicht hineinpasst.

Liegt der Deckel stattdessen auf den Seiten, ist er so breit wie der Korpus, und die Seiten werden um eine Stärke kürzer. Beides ist möglich, nur muss es vor der Teileliste feststehen.

Schritt 3: Kanten und Rückwand einrechnen

Umleimer

Eine angeleimte Kante trägt auf. Bei 0,5 mm Melamin fällt das kaum ins Gewicht, bei 2 mm ABS schon. Soll das Teil mit Kante genau 560 mm tief sein, wird es mit 558 mm zugeschnitten. Wird die Kante an beiden Enden angeleimt, doppelt. Mehr dazu im Ratgeber Kanten anleimen.

Rückwand

Wird die Rückwand hinten aufgenagelt, ist sie so groß wie der Korpus und macht ihn um ihre Stärke tiefer. Sitzt sie in einer Nut, wird sie um die Nuttiefe größer als das Innenmaß, abzüglich ein bis zwei Millimetern Luft.

Einlegeböden

Einlegeböden bekommen seitlich etwas Luft, damit sie sich ohne Kratzer einlegen lassen, meist 1 bis 2 mm insgesamt. Nach vorn setzt man sie gern 10 bis 20 mm zurück, damit sie nicht an der Tür anstoßen.

Schritt 4: Die Teileliste schreiben

Jede Zeile beschreibt ein Teil mit Anzahl, Länge, Breite und einer Bezeichnung. Für den Zuschnitt im Baumarkt oder beim Holzhändler gilt eine Konvention: Das erste Maß liegt in Richtung der Maserung oder des Dekors. Bei Holzdekoren und furnierten Platten ist das nicht egal, sonst läuft die Maserung an der Seitenwand quer.

Für den Unterschrank aus dem Beispiel, 720 hoch, 600 breit, 560 tief, mit Seiten durchgehend und 2 mm ABS an den Vorderkanten:

AnzahlTeilLänge × BreiteAnmerkung
2Seite720 × 558Kante vorn, Maserung senkrecht
1Boden562 × 558zwischen den Seiten, Kante vorn
2Traverse oben562 × 100vorn und hinten
1Einlegeboden560 × 538Luft seitlich, 20 mm zurückgesetzt, Kante vorn
1Rückwand HDF 3 mm720 × 600aufgenagelt, eigener Werkstoff

Die Rückwand ist aus einem anderen Material und kommt deshalb in einen eigenen Plan.

Schritt 5: Auf die Platte verteilen

Aus der Teileliste wird jetzt der eigentliche Schnittplan: Welche Teile liegen auf welcher Platte, wo wird geschnitten, was bleibt übrig. Dabei zählt jede Schnittfuge mit, bei der Plattensäge im Markt meist 3 bis 4 mm. Wie viel das ausmacht, steht im Ratgeber Schnittfuge und Sägeblatt.

Diese Verteilung übernimmt der Plattenzuschnitt. Du trägst die Teile aus der Liste ein, legst fest, welche wegen der Maserung nicht gedreht werden dürfen, und bekommst einen maßstäblichen Plan mit Positionsnummern, Schnittzahl und Resten. Den kannst du ausdrucken und so zum Zuschnitt mitnehmen.

Die häufigsten Fehler

Häufige Fragen

Muss ich die Schnittfuge in die Zuschnittmaße einrechnen?

Nein. Die Maße in der Teileliste sind Fertigmaße, der Markt sägt darauf. Die Schnittfuge zählt nur für die Planung, also für die Frage, wie viele Teile auf eine Platte passen.

Wie genau schneidet der Baumarkt?

Auf einer guten Plattensäge meist auf einen Millimeter genau. Bei Teilen, die exakt passen müssen, lohnt es sich, ein Probestück nachzumessen, bevor alles geschnitten wird.

Was mache ich mit den Resten?

Aufheben und beim nächsten Projekt als vorhandenes Material eintragen. Wie das geht, steht im Ratgeber Restplatten verwerten.

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